Der Roboter als Kollege – so profitiert der Mittelstand

Roboter sind heute ein wichtiger Bestandteil in Produktions-, Inspektions- und Kontrollprozessen – und damit aus vielen Branchen nicht mehr wegzudenken. Zudem übernehmen kollaborierende Roboter und Cobots, die praktisch ohne Sicherheitszaun auskommen, immer mehr Aufgaben. Laut den Marktforschern von Markets & Markets soll der weltweite Umsatz alleine mit Cobots von 2017 bis 2025 auf 12 Milliarden Dollar im Jahr 2025 wachsen – und sich damit mehr als verfünfzehnfachen. Den Trend bestätigt die International Federation of Robotics (IFR): Von 2017 bis 2018 stiegen die jährlichen Cobot-Installationen um 23 Prozent. Wir verraten Ihnen, was hinter dieser Technik steckt und warum sich ihr Einsatz für mittelständische Unternehmen besonders bezahlt macht.

Die Automatisierung und Digitalisierung der Produktion befinden sich in vielen Unternehmen seit Langem in vollem Gang. Es geht heute vor allem um größtmögliche Flexibilität, denn neue Herausforderungen treffen auf Großunternehmen und Mittelständler gleichermaßen: Kunden wünschen sich individuelle Produkte, und zwar schneller als je zuvor. Die serielle Massenproduktion weicht daher zusehends einer individuellen Fertigung mit niedrigen Volumina – bis hin zur Losgröße 1. Wer hier Qualität zu vertretbaren Preisen bieten will, muss seine Produktion intelligent automatisieren.

Dieser Wandel lässt sich mit kollaborativen Robotern schnell und einfach meistern, was besonders mittelständischen Unternehmen hervorragende Aussichten verspricht. Denn Roboter sind zum einen präzise und schnell. Zum anderen benötigt ihre Programmierung immer weniger Zeit: Neueste Cobot-Generationen lassen sich oft in weniger als einer Stunde in Betrieb nehmen, und meist brauchen die Mitarbeiter dazu keine tiefergehenden Programmierkenntnisse. Sollten Sie bereits Roboter einsetzen, dürfte Sie noch folgende Information freuen: Mit einer sicherheitszertifizierten Software können Sie nahezu jeden Industrieroboter in eine kollaborative Anwendung integrieren, was der Effizienz und Produktivität Ihres Unternehmens zugutekommt.

 

Die drei Stufen der Zusammenarbeit: Koexistenz, Kooperation, Kollaboration

  • Bei der Koexistenz haben Mensch und Roboter keinen gemeinsamen Arbeitsraum.
  • Bei einer Kooperation findet eine gelegentliche Interaktion statt: Beispielsweise betritt der Mensch den Arbeitsraum des Roboters, um ein Werkstück abzulegen. Der Roboter hält an, wenn der Mensch ihm dabei zu nah kommen sollte.
  • Die Kollaboration ist eine engere Zusammenarbeit: Mensch und Roboter arbeiten gleichzeitig in einem Raum am selben Bauteil. Für diesen Einsatz sind kleinere und leichtere Cobots prädestiniert. Grundsätzlich kann aber jeder Industrieroboter mit sicherheitszertifizierter Hard- und Software kollaborativ eingesetzt werden.

Hand in Hand mit dem Roboter – keine Scheu vor dem maschinellen Kollegen

Roboter leisten wertvolle Unterstützung in vielen Unternehmen. Sie sind nicht mehr oder weniger hilfreiche Werkzeuge, die dem Werker stets wiederkehrende, anstrengende, eintönige und filigrane Aufgaben abnehmen.

Bei Robotern wird gemeinhin das Element der Kollaboration falsch wahrgenommen: In jeder Produktion erfolgt ein Schritt nach dem anderen, und die Roboter übernehmen einzelne Schritte. Kollaborative Roboterlösungen benötigen dabei keine Sicherheitszäune. Sie „sehen“ Menschen mit Kameras, weichen ihnen aus oder reichen den Werkern Gegenstände. Besonders einfach fällt der Schritt in Richtung Zusammenarbeit heute, da jeder Roboter mit entsprechender Sicherheitssoftware kollaborativ arbeiten kann.

Neue Cobots wie YuMi von ABB helfen tatkräftig bei der Kleinteilmontage. Sie setzen beim niederländischen Werbemittelhersteller Deonet beispielsweise USB-Sticks zusammen. Durch das sichere, gepolsterte Design des Roboters arbeiten die Menschen ohne weitere Schutzmaßnahmen Hand in Hand mit YuMi. Der Mitarbeiter überwacht den Fertigungsprozess, stellt das Material bereit und führt finale Qualitäts- und Funktionskontrollen durch. YuMi übernimmt hingegen die zuverlässige und schnelle Montage der USB-Sticks. So sieht die Zukunft der Fertigung aus.

 

Amortisation in wenigen Jahren

Roboter sind dabei wahre Alleskönner: YuMi kann beispielsweise Gegenstände greifen, sich fortbewegen und feinste Bewegungen präzise ausführen. Die Effizienz steigt mit seiner Flexibilität und Präzision stark an. Deshalb rechnen sich die Investitionen in Roboter für die Fertigung meist innerhalb weniger Jahre – auch, weil die Roboter schnell in Betrieb genommen werden können. Es hat also seinen Grund, warum sich gerade neueste Cobot-Generationen immer größerer Beliebtheit erfreuen und vorhandene Industrieroboter zunehmend kollaborativ eingesetzt werden.

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