Drei Robotik-Trends, die Sie im Auge behalten sollten

Es passiert zweifelsohne viel in Sachen Robotik: Innovationssprünge vollziehen sich immer schneller, nicht nur bei der reinen „Hardware“. Insbesondere die digitalen Technologien heben die robotergestützte Automatisierung in rasanter Geschwindigkeit auf ein neues Level. Doch wohin genau geht die Reise? Die International Federation of Robotics (IFR) hat kürzlich drei große Robotik-Trends vorgestellt. So viel sei schon verraten: Roboter werden intelligenter, kollaborativer und digitaler.

Rund zwei Millionen Industrieroboter sollen laut IFR von 2020 bis 2022 in den Fabriken rund um den Globus installiert werden. Die neuen Technologietrends ebnen den Weg für diese Entwicklung und machen es dabei auch dem Mittelstand einfacher, schnell und flexibel auf die veränderten Kundenanforderungen zu reagieren.

Trend #1 – Roboter werden smarter

Die Programmierung und Installation von Robotern werden deutlich einfacher. In der Praxis sieht dies wie folgt aus: Digitale Sensoren in Verbindung mit intelligenter Software ermöglichen direkte Lehrmethoden – etwa in Form von „Programmierung durch Demonstration“ oder auch Lead-Through-Programming genannt. Ohne spezielle Schulung führt der Mensch dabei den Roboterarm intuitiv an die gewünschten Positionen. Die dabei aufgezeichneten Daten werden anschließend von der Software in das digitale Programm des Roboterarms umgewandelt. Befehle wie „Greifer auf / zu“ lassen sich ebenfalls mit wenigen Klicks hinzufügen. Für Nutzer des Single-arm YuMi von ABB geht es sogar noch einfacher: Dank der grafischen Programmiermethode Wizard Easy Programming lassen sich hier Funktionen einfach per Drag & Drop auf das Bediengerät FlexPendant ziehen, die Ergebnisse sofort sehen und die Aktionen des Roboters innerhalb von Sekunden anpassen. Maschinelles Lernen wird es Robotern zudem ermöglichen, durch Ausprobieren („trial-and-error“) oder anhand von Videodemonstrationen ihre Bewegungen selbst zu optimieren.

Trend #2 – Roboter arbeiten mit Menschen zusammen

Ein weiterer entscheidender Trend in der Robotik ist laut IFR die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. Durch ihre Fähigkeit, mit Menschen zusammenzuarbeiten, sind moderne Robotersysteme in der Lage, sich an eine schnell verändernde Umgebung anzupassen. Die Palette der kollaborativen Anwendungen erweitert sich dabei ständig. Gegenwärtig sind Anwendungen mit einem gemeinsamen Arbeitsraum (Shared Workspace) am häufigsten, bei denen Mensch und Maschine die Aufgaben nacheinander schrittweise erledigen – also sequenziell.

Anwendungen, bei denen Mensch und Roboter gleichzeitig am selben Teil arbeiten, sind im Vergleich dazu deutlich anspruchsvoller. Die Forschung konzentriert sich deshalb gegenwärtig auf die Entwicklung von Methoden, die es den Robotern möglich macht, in Echtzeit zu reagieren – eben so, als würden zwei Menschen zusammenarbeiten. Mit der Technologie von heute bietet die Mensch-Roboter-Kooperation bereits ein enormes Potenzial für Unternehmen aller Größen und Branchen.

Investitionen in kollaborative Systeme werden die traditionellen Industrieroboter ergänzen. Vor allem auch kleine und mittlere Unternehmen bleiben mit kollaborativen Robotern – wie YuMi von ABB – wettbewerbsfähig und können in Losgröße 1 produzieren. Sie sind die ideale Besetzung, wenn nur wenig Platz vorhanden ist, eine schnelle Umrüstbarkeit und ein ortsflexibler Einsatz in einer agil gestalteten Fertigungsumgebung gefragt sind.

Trend #3 – Roboter werden digital

Im Sinne der Industrie 4.0 stellen Industrieroboter die zentralen Komponenten der digitalen und vernetzten Produktion dar. Umso wichtiger ist es, dass sie miteinander kommunizieren können – unabhängig vom Hersteller. Die so genannte „OPC Robotics Companion Specification“, die von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe des VDMA und der Open-Platform-Communications-Foundation (OPC) entwickelt wurde, definiert eine standardisierte generische Schnittstelle für Industrieroboter und ermöglicht die Anbindung von Industrierobotern an das Industrial Internet of Things (IIoT). Die digitale Konnektivität von Robotern, beispielsweise über die Cloud-Technologie, ist laut IFR auch ein Treiber für neue Geschäftsmodelle wie das Roboterleasing, was besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) attraktiv sein könnte.

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